Türkei und die Geschichte ihres Weins

Um den Ursprung des Weinbaus ranken sich viele Mythen. Länder wie Armenien, Georgien, Persien und Türkei streiten sich angeblich sogar darum, wer die erste Rebe angebaut und den ersten Wein ausgebaut hat. Eins steht aber fest: Das Gebiet der heutigen Türkei ist seit Jahrhunderten ein wichtiges Anbaugebiet für Wein. Es war schon in der Antike ein beliebter Weinproduzent und hat seine Tradition bis heute bewahrt. Die Türkei hat somit eine lange und reiche Geschichte des Weinanbaus, die bis in die Zeit vor Geburt Christus zurückreicht. Im Laufe der Geschichte haben verschiedene Kulturen und Imperien den Weinanbau in der Region gefördert, was zu einer großen Vielfalt an Sorten geführt hat. 
In der osmanischen Zeit wurde der Weinbau jedoch unterdrückt und nur noch von christlichen Minderheiten wie Armeniern und Griechen, welche im Land lebten, betrieben. Erst nach der Gründung der Republik Türkei im Jahr 1923 durch den ersten Präsidenten Mustafa Kemal Atatürk, wurde eine Reformbewegung ins Leben gerufen, die darauf abzielte, die türkische Landwirtschaft und Weinproduktion zu modernisieren. Atatürk war dafür bekannt, dass er sich für den Aufbau einer modernen, fortschrittlichen Türkei einsetzte und die türkische Kultur und Gesellschaft in vielerlei Hinsicht reformierte. So erlebte die Weinproduktion nach der überstandenen Reblausplage in den 1960er langsam einen neuen Aufschwung. Seit den 1970er und 1980er Jahren steigt die Weinproduktion in der Türkei qualitativ und quantitativ wieder und entwickelt sich stetig weiter.  
Insbesondere in den letzten Jahrzehnten hat die türkische Weinindustrie viele Fortschritte gemacht und die Türkei wieder als Wein produzierendes Land etabliert. Unter Anderem große Investitionen in moderne Technologien und die Zusammenarbeit mit Weinbau-Experten aus anderen Teilen der Welt getätigt. Auch die Vermarktung und Verkauf von türkischen Weinen hat sich verbessert, einschließlich der Teilnahme an Weinmessen und -veranstaltungen im In- und Ausland. Insgesamt angesehen wird die türkische Weinindustrie von Experten als aufstrebend und vielversprechend.  
Heute gehört die Türkei mit einer Rebfläche von ca. 660 000 Hektar zu den 10 größten Weinbauländern der Welt. Es gibt ca. 140 Weingüter in 7 Anbaugebieten. Türkische Weine profitieren vor allem von den vielen ursprünglichen Rebsorten und den deutlichen klimatischen Unterschieden, die in den verschiedenen Anbaugebieten vorherrschen. 
Allerdings werden nur 2 bis 4 % der Trauben für die Weinproduktion verwendet. Es werden jährlich ca. 64 Millionen Liter Wein produziert, davon werden ca. 2,2 Millionen Liter Wein exportiert, Tendenz steigend. Heimischer Wein wird hauptsächlich von Touristen konsumiert. Aufgrund des schwachen Binnenmarktes (Muslime trinken keinen Alkohol) wird immer mehr auf den Export geachtet. Der türkische Wein wird immer beliebter und erfreut sich nicht nur in Europa wachsender Beliebtheit, sondern findet auch in anderen Teilen der Welt Anklang. Dies ist ein Beweis für die hohe Qualität des Weins aus dem Weinland Türkei.  
Insgesamt hat die Geschichte des Weinbaus in der Türkei viele Höhen und Tiefen erlebt, aber durch die Bemühungen von Pionieren und Visionären hat sie sich zu einem bedeutenden Wein produzierenden Nation entwickelt. Mit dem steigenden Ruhm des türkischen Weins steigt auch das Interesse an seiner Herstellungsmethode und seinen Ursprüngen - es ist also spannend, mehr über dieses faszinierende Land und seine Geschichte des Weinbaus zu erfahren!